12.11.2015 TVD, Kindersportclub

Einweihung der Jahn-Retro-Halle

TVD weiht neue Sporthalle im Rahmen der 111-Jahrfeier des Vereins ein

Etwa 100 geladene Gäste lauschten am 15.10. ab 17:30 Uhr dem 1. Vorsitzenden des TVD, Dr. Jürgen Hörstmann, der im Rahmen der Einweihung der Jahn- Retro- Halle, den Anwesenden zunächst berichtete, dass das Eröffnungsdatum keineswegs willkürlich gewählt wurde; vielmehr verwies er auf den Todestag Friedrich Ludwig Jahns, der sich 2015 zum 163. Mal jährte.
Dieser Tag dient vielen Turnvereinen als Gründungsdatum- so auch anno 1904 dem TVD.
Daher stand der Tag unter dem Vereinsmotto „Mit Tradition in die Zukunft“.
So zog Hörstmann deutlich Parallelen zum Bestreben des Turnvaters, der Zeit seines Lebens die Grundfähigkeiten der Heranwachsenden monierte und der Motive des TVDs, die zum erfolgreichen Umsetzen des Bauprojektes „KinderBewegungsCener“ führten.

Nachdem das Gros der Zuhörerschaft namentlich begrüßt wurde, ergriff der Bürgermeister der Stadt Dinklage, Frank Bittner, das Wort.
Dieser nutzte die Gelegenheit sich beim größten Verein des Oldenburger Münsterlandes für sein jahrelanges unermüdliches Engagement zu bedanken und hob deutlich hervor, welchen Anteil der TVD an der Lebensqualität in der Stadt hätte. Zuvor hatte der das Projekt des Hallenneubaus als „richtig und wichtig“ bezeichnet.

An die Rede des Stadtoberhauptes anschließend führte der Vereinsvorsitzende die Anwesenden detailliert durch das Bauvorhaben: die Planungsphase, die dabei notwendigen Tätigkeiten und die Entwürfe.
Das Ziel der sportartübergreifenden Grundlagenförderung von Geburt an stand dabei von Beginn an im Mittelpunkt und konnte dank der hohen personellen Qualität im KinderSportClub in Planungen einbezogen werden.
Neben dem Besuch zahlloser Kongresse sowie bundesweit aller vergleichbaren Einrichtungen, galt es die Rahmenbedingungen abzustecken: Eigentum, Erlaubnis und Zuschüssen der Stadt, Finanzierungs- und Kreditmöglichkeiten und selbstredend Bauvorschriften und Technik.
Die ersten Entwürfe befassten sich zudem mit einer „großen Lösung“, in der eine größere Halle zur Frühförderung, die „Purzelbaumwiese“, geplant war.
Nachdem positiven Beschluss der Generalversammlung des Vereins im Jahre 2012, taten sich dahingehend allerdings Hindernisse auf. Insbesondere die Kosten, die Bankvorgaben und interne Diskussionen im Vorstand trugen letztlich dafür Sorge, das sich der endgültige Plan für den Neubau zunächst auf das „Wesentliche“ beschränkte: eine Halle mit 420 qm, zwei Umkleiden ohne Dusche, Toiletten sowie die Option einen Aufzug und ein behindertengerechtes WC hinzuzufügen. Zudem bietet sich im Obergeschoss sowohl die Möglichkeit die besagte Halle zur Frühförderung, als auch eine Unkleidekabine mit Dusche hinzuzufügen.
Die endgültigen Pläne wurden im September 2014 fertig gestellt, so dass der Baubeginn am 01.02.2015 erfolgen konnte; die Bauzeit betrug letztlich 8 ½ Monate.

Einen besonderen Dank richtete der Redner an alle am Bau beteiligten Firmen und insbesondere an Matthias Burwinkel, den Bauleiter, und Edgar Kamphaus, der sich beim Bau der Boulderwand und der Seilbrücke auf Neuland begab, die damit einhergehenden Herausforderungen jedoch hervorragend meisterte.
Zudem fand Hörstmann Worte des Dankes für Thomas Lotzkat, den Sportreferenten der Sportregion Oldenburger Münsterland, der seine Ideen und Erfahrungen entscheidend einbrachte und Dr. Viviane Hannöver, die inmitten der Planungsphase die Leitung des KinderSportClubs übernahm, und sich neben dieser Funktion auch um Aufgaben den Bau betreffend kümmerte.
Auch für ihren Vorgänger, Raphael Dornieden, fand der Vorsitzende des Vereins warme Worte und dankte ausdrücklich für seine Unterstützung; gleiches gilt für Ludger Grauer und Heiner Willenborg.

Daraufhin wurden die Gäste über Kosten und Finanzen in Kenntnis gesetzt: die Errichtung des Gebäudes kostete letztlich ca. 830.000,- €, zu denen sich Inventarkosten in Höhe von etwa 215.000- 220.000,- € gesellten.
Ermöglicht wurde dies durch Kredite in Höhe von 750.000,- €, einen LSB- Zuschuss von 100.000,- € sowie 200.000,- € an Eigenmitteln, die sich größtenteils aus dem Sportstätten- und TVD aktivcenterbeiträgen generieren ließen. Hinzu kamen zudem 2.000,- von der Lotto- und Toto- Stiftung.
Ein besonderer Dank wurde in diesem Zusammenhang an Peter Möllman von der VR- Bank und Matthias Buß von LzO gerichtet, die mit viel Geduld die stetigen Veränderungen der Rahmenbedingungen mit trugen.

Auch Rudolf Eckhoff und Franz Meyer fanden für ihre Bemühungen um die Fördermittel des LandesSportBundes Erwähnung.
Beim Vorstand bedankte sich Jürgen Hörstmann zudem für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung der abschließenden Entscheidungen.

Rückschauend stellte er heraus, dass es nicht immer einfach war die Ideen umzusetzen und sprach gar davon, „dass dem Verein Steine in den Weg gelegt wurden.“ Doch auch zu dieser Zeit tröstete ein Spruch Johann- Wolfgang- Goethes darüber hinweg: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes errichten.“

Insbesondere in der jüngsten Vergangenheit sah sich der langjährige Vorsitzende häufig mit der Frage konfrontiert, wie es dem TVD als Sportverein gelingt, derartige Projekte ohne städtische Zuschüsse umsetzen zu können. Den Fragenden wurde stets entgegnet, dass die Gewinne aus dem TVD aktivcenter, der Sportstättenbeitrag, die schlanke Verwaltung und die Tatsache, dass es innerhalb des Vereins keine bezahlten Sportler gäbe dafür verantwortlich seien. Allerdings gestand Hörstmann ein, „dass wir jetzt an unsere Grenzen stoßen.“Abhilfe soll an dieser Stelle die Blau Rote Wand schaffen, von der man sich erhofft, „dass möglichst viele Sponsoren, insbesondere die Kinder und Eltern bereit sind, 19,04 € jährlich mit Spendenquittung zu zahlen.“
Dieses Geld brauche man im Hinblick auf den Ausbau der Purzelbaumwiese im Obergeschoss.
Werdet Teil der blau roten Wand- denn jeder Cent in Kinder ist eine gute Investition in die Zukunft, lautete der Appell.

Abschließend wurden die Halle und ihr Zweck den Eingeladenen erläutert:
Ziel war es, die Jahn- Retro- Halle als eine möglichst breit aufgestellte Multifunktionshalle zu errichten, um so ideale Voraussetzungen für Kindergärten und Schulen zu schaffen.
Die so installierten Trampoline, die Boulderwand, die Seilbrücke, die Schnitzelgrupe und die Hülsenrecks bieten nebst des Sportbodens die  lassen keinen anderen Schluß zu, als dass die Umsetzung rundum gelungen ist.
Künstler Diedel Heidemann gab zudem kurze Erläuterungen zu seiner Gestaltung der Kletterwand, die für allgemeine Begeisterung sorgten.

Besonders in naher Vergangenheit wurde die Sinnhaftigkeit des Neubaus vielerorts angezweifelt.
Dr. Hörstmann vertritt die Auffassung, dass dies einhergeht mit dem negativen Image des Turnsports. Viele Menschen verbinden mit dem Turnen negative Erlebnisse aus ihrer Schulzeit; daher belächeln auch andere Sportler die Turner.
Dabei ist besonders diese Sportart geprägt von Grundfähigkeiten wie Klettern, Balancieren, Springen und Fallen, was in hohem Maße die motorischen und koordinativen Fähigkeiten der Ausführenden fördert.
Ferner wird dabei auch der Geist gefördert; die sogenannten kognitiven Fähigkeiten werden verbessert, was gar kurzfristig zur Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses, der Handlungsfähigkeit, des strategischen Denkens und der Konzentration im Allgemeinen führt.
Insgesamt, so die Einschätzung des Vortragenden, ist die Halle „eine Turnhalle im klassischen Sinne in moderner Form.“

Spaß an Bewegung und die Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten- die neue Sportstätte besticht neben den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten auch dadurch, dass der aufwendige Auf- und Abbau der Bewegungslandschaften entfällt.
Die Kinder sollen durch das Nutzen der Jahn- Retro- Halle dazu animiert werden, sich auch draußen ohne Angst zu bewegen und letztlich für das lebenslange Sporttreiben begeistert werden.
Auch das TVD aktivcenter wird sich die Halle zu Nutzen machen: dem allgemeinen Trend der Fitnessbranche, dass sich freie Übungen immer größerer Beliebtheit erfreuen, wurde deutlich Rechnung getragen: Cross Training, Sling Fitness; all dies ist auf die Anfänge der Turnbewegung zurückzuführen.

Hörstmann verwies ferner auf die Bedeutung des Gebäudes für die Stadt, die in Verbindung mit dem bundesweit einzigartigen Konzept des KinderSportClubs ein Alleinstellungsmerkmal bildet- die Halle hat Modellcharakter.
Dadurch hat die Stadt Dinklage ihr Image als familienfreundliche Gemeinde noch einmal deutlich verstärkt.
Darüber hinaus böten die zentrale Lage innerhalb der Stadt sowie die unmittelbare Anbindung an den Sportpark  ideale Möglichkeiten; insbesondere für Kindergärten und Schulen sei sie sehr gut zu erreichen.

„Der Weg ist noch nicht zu Ende“- nach der Fertigstellung wird es künftig darum gehen, ein optimales Konzept bezüglich der Nutzung zu entwickeln. Dabei kommt, so der Vereinsvorsitzende, den Schulen eine elementare Bedeutung zu.
Gemäß dem aktuell erschienen 3. Kindersportbericht, wird ausdrücklich nach einer Vernetzung von Schulen und Sportvereinen verlangt. Zudem steigt die Bedeutung des KinderBewegungsCenters nochmals durch die Ganztagsschule.
Hervorgehoben wurden dabei die Möglichkeiten die „echte“ Bewegungszeit der Kinder zu vergrößern, das fachfremde Unterrichten und die sinnvolle Nutzung der Pausenzeiten.
Unter Umstände besteht so gar die Möglichkeit eine „alte“ Forderung umzusetzen: eine Stunde Bewegung am Tag für jedes Kind.


Die Halle fordere laut Hörstmann auch den Verein und seine Abteilungen; eine Turnabteilung innerhalb des TVDs soll so aufgebaut werden. Bei Interesse bestehen gar Überlegungen dahingehend, den Klettersport und das Trampolinspringen als festen Bestandteil des Angebotes einzuführen.
Neben der Verbesserung der Grundfähigkeiten ist die Halle darüber hinaus prädestiniert dafür Talente zu suchen und zu fördern.
Durch die Universität Vechta, erhofft sich der 1. Vorsitzende ausßerdem eine wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung. Gespräche mit Frau Prof. Dr. Petra Wolters fanden diesbezüglich bereits statt.

Zum Abschluss seines Vortrages präsentierte Dr. Hörstmann den Zuhörern folgendes Ergebnis:1.    Mit der Halle und dem Sportpark haben wir Rahmenbedingungen für den Kinder- und Jugendsport geschaffen, die besser kaum sein könnten.2.    Wenn alle in der Erziehung und der Bildung der Kinder und Jugendlichen Beteiligten, also Kindergärten, Schulen und die Mitarbeiter im Sportverein die Ideen so umsetzen, werden wir eine optimale Förderung der Kinder und Jugendlichen erreichen.3.    An den Kindern und Jugendlichen wird es jedenfalls nicht liegen; diese werden die Halle mit Begeisterung nutzen. 

 

 

 

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